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Maisonara klärt auf: Was ist der Unterschied zwischen Sauna und Hamam?

2. Februar 2018

Was kann es Schöneres geben, als den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und mit dem Partner in einer Sauna oder im Hamam zu entspannen? Gerade in den kalten Wintermonaten ist ein Besuch in der Sauna oder im Türkischen Bad eine echte Wohltat. Doch wo liegen die Unterschiede zwischen einer Sauna und einem Hamam? Der folgende Artikel klärt auf.


Sauna – Schwitzen für die Gesundheit

In fast jedem finnischen Haushalt steht sie und etwa jeder zehnte Deutsche besucht sie regelmäßig – die Sauna. Das auch unter dem Namen „finnisches Bad“ bekannte Schwitzbad fördert die Gesundheit und sorgt für Entspannung. Eine Sauna besteht in der Regel aus Holz und wird mithilfe eines elektrischen Ofens auf 80 bis 105 °C erhitzt. Innerhalb der Sauna befinden sich Sitzbänke mit zwei oder mehreren Stufen. Wichtig bei einer Sauna ist die kontinuierliche Zufuhr von Frischluft, damit der Ofen diese Luft erhitzen kann und die Temperatur dadurch konstant hoch bleibt. Im Inneren einer Sauna befindet sich ein Gefäß mit Steinen, die durch den Ofen erhitzt werden. Schüttet der Besucher Wasser über die heißen Steine, wird Wasserdampf erzeugt – und dadurch die Luftfeuchtigkeit erhöht. Dem Wasser können auch ätherische Öle hinzugefügt werden – sie sorgen für einen angenehmen Duft innerhalb der Sauna. Ein Besuch in der Sauna folgt in der Regel einen festgelegten Ablauf:

1. Vor dem Besuch der Sauna kurz abduschen
2. 8–15 Minuten Schwitzphase (Erfahrene Sauna-Gänger können diese Phase verlängern)
3. Danach 15 Minuten Abkühlphase (erst an die frische Luft, danach kalt duschen)
4. 15 Minuten Ruhephase in einem Ruheraum
5. Danach beginnt der Ablauf erneut ab Schritt zwei

Verhaltensregeln bei einem Besuch in der Sauna
• Vor dem Gang in die Sauna ausgiebig duschen.
• Bringen Sie ein großes Handtuch – beispielsweise ein Hamamtuch – als Unterlage mit.
• Wenn Sie die Saunakabine betreten, gehört es zum guten Ton, die Anwesenden zu begrüßen.
• Die Sauna ist ein Ort der Entspannung – laute und lange Unterredungen sollten vermieden werden.
• Elektronische Geräte oder die Mitnahme von Essen sind tabu.

Mehr Informationen für den Besuch in einer Sauna lesen Sie hier

 

Hamam – die Reinigung für den Körper

Unter einem Hamam versteht man ein Dampfbad, welches besonders im arabischen Raum sowie in der Türkei zu Hause ist. Ein Hamam – auch bekannt unter den Begriffen Türkisches oder Orientalisches Bad – ist ein wichtiger Teil der islamischen Bade- sowie Körperkultur. Öffentliche Hamams sind im arabischen sowie türkischen Kulturraum nach Geschlechtern getrennt.

In Deutschland werden Hamams immer beliebter und sind mittlerweile in vielen Thermen sowie Wellnessbereichen von Hotels zu finden. Ein Türkisches Dampfbad ist traditionell mit Marmor ausgekleidet. In der Mitte des Dampfbades befindet sich eine kreisrunde Liegefläche – der Nabelstein. Innerhalb des Hamans beträgt die Temperatur meist 50 °C und die Luftfeuchtigkeit 65 %. An den Wänden des Hamams sind Waschbecken angebracht, aus deren Wasserhähnen kaltes oder warmes Wasser fließt. Besucher nutzen diese Wasserbecken, um sich während der Schwitzphase mit Wasser zu übergießen.

Für den Besuch eines Hamams ist das Tragen eines Lendenschurzes (Hamantuch) nötig. Hamantücher – auch bekannt unter dem Begriff Pestemal – sind saugfähige Handtücher, die zudem sehr leicht sind und platzsparend in der Tasche mitgenommen werden können. Besucher, die ein Hamam aufsuchen, nutzen das Dampfbad nicht nur, um zu schwitzen, sondern auch für die persönliche Körperpflege. Wie bei einem Besuch in der Sauna gibt es auch im Hamam eine festgelegte Prozedur.

Ein Hamam besteht aus drei miteinander verbundenen Räumen: ein Camekan, ein Hararet und den Sogukluk.

• Der Camekan dient als Eingangshalle. Hier zieht sich der Besucher um und erhält das Hamamtuch sowie hölzerne Slipper.
• Anschließend führt der Tellak (Bademeister) den Besucher in das Hararet – das eigentliche Dampfbad. Hier legt man sich auf den Nabelstein und genießt die wohltuende Wärme des Hamams. Wahlweise kann das Waschbecken benutzt werden, um warmes oder kaltes Wasser über den schwitzenden Körper zu gießen. Nach einiger Zeit reibt der Tellak den Besucher mit einer Seife aus Olivenpaste ein und schrubbt anschließend die Seife mit einer Bürste ab.
• Im letzten Schritt verlässt der Besucher den Hararet und begibt sich in den Sogukluk. In diesem kühleren Raum entspannt der Besucher und kann etwas trinken.

Mehr über das Ritual des Hamams finden Sie hier

Schon gewusst?
Hamam bedeutet auf Arabisch „wärmen“ bzw. „Verbreiter der Wärme“. Historisch blickt das Türkische Dampfbad auf eine 800 Jahre alte Tradition zurück. Forscher gehen davon aus, dass die Osmanen diese Badekultur nach der Eroberung von Konstantinopel (heute Istanbul) mit den vorherrschenden Badekulturen der Römer kombinierten. Da für die Osmanen der Besuch eines Dampfbades ein Teil des Reinigungsprozesses vor dem Gebet ist, befinden sich bis heute viele Hamans in der Nähe von Moscheen. Unter Historikern gilt die Badekultur des Hamams als älteste überlebende Badetradition der Welt.

Sauna oder Hamam – das sind die Unterschiede

In der folgenden Tabelle sollen die Unterschiede kurz dargestellt werden:

SaunaHamam
Schwitzbad mit Temperaturen zwischen 80 °C und 105 °CDampfbad mit Temperaturen von 50 °C
Ursprung in Finnland und RusslandUrsprung im Orient (Türkei)
Sehr geringe LuftfeuchtigkeitLuftfeuchtigkeit von 65 %
Wird in der Regel nackt betreten (nur ein Handtuch als Unterlage)Wird mit einem Lendenschurz (Hamamtuch) betreten
Mehrere DurchgängeNur ein Durchgang

Hamam oder Sauna – Die Ausrüstung ist entscheidend

 

Egal, ob Sie sich für einen Besuch in der Sauna oder im Hamam entscheiden: Sie brauchen die passende Ausrüstung. Wählen können Sie zwischen herkömmlichen Handtüchern und Hamamtüchern. Auch ein Bademantel ist in der Sauna oder im Hamam ein nützliches Accessoire.
Tipp: Viele Saunen und Hamams befinden sich in Wellnessbereichen von Hotels oder in Thermen. Welche Ausrüstung Sie für einen Besuch in der Therme benötigen, erfahren Sie hier.

Sauna und Hamam steigern das Wohlbefinden

Schwitzen, Entspannen und Abschalten – Der Besuch in einer Sauna ist Urlaub für die Seele und stärkt das Immunsystem. Werden die Abläufe eingehalten und die Regeln innerhalb der Saunakabine befolgt, ist der Gang in die Sauna eine wohltuende Angelegenheit. In einem Hamam steht die Reinigung des Körpers an erster Stelle. Besucht man regelmäßig ein Hamam, kann es das Wohlbefinden erhöhen sowie Muskelverspannungen lösen. Zudem wird dem Besuch eines Dampfbads die Verzögerung der Hautalterung nachgesagt.

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